Highlights

  • Max Slevogt, Skizze mit Flagge

    1908, Öl auf Malpappe 
    © GDKE - Landesmuseum Mainz (Ursula Rudischer)

    Dieses vor kurzem aus Privatbesitz aufgetauchte und bisher der Forschung unbekannte Gemälde steht im Mittelpunkt der Schau. Es zeigt den Strand von Noordwijk in Holland, den der Künstler nur einen einzigen Sommer lang besuchte. Max Slevogt verbrachte dort auf Einladung von Paul Cassirer und seiner Frau Tilla Durieux den Juni/Juli 1908. Diese besaßen dort ein Strandhaus mitten in den Dünen. Slevogt zeigt den Blick von diesem Anwesen auf das Meer. Auf der mit fahlgrünem Strandhafer bewachsenen Düne wird gerade von einem Hotelpagen die deutsche Reichsflagge von einem Fahnenmast eingeholt. Slevogt malte in Noordwijk nur sechs Gemälde (fünf davon galten bislang als verschollen), von denen im Zuge dieser Ausstellung erstmals wieder vier gemeinsam präsentiert werden. 

  • Max Liebermann, Strandbild Noordwijk

    1911, Öl auf Leinwand, Privatbesitz Berlin

    Seit 1906 hielt Liebermann bei seinen regelmäßigen Malaufenthalten in Noordwijk das mondäne Strandleben fest. Seine Strände sind dicht mit Paaren und Familien bevölkert. Ihre elegante Kleidung weist sie als wohlhabende Besucher aus, die sich einen solchen Urlaub leisten können. Gemäß der damaligen Konvention, die es streng untersagte, zu viel nackte Haut zu zeigen, sieht man die Damen in langen Kleidern und die Herren in Anzügen am Strand promenieren. Seine Werke sind für genau die Käuferschicht besonders attraktiv, aus deren eigenen Reihen die Bildprotagonisten rekrutiert werden. Kaum getrocknet, werden die Bilder bei Cassirer zum Verkauf angeboten.

  • Max Slevogt, Dame am Meer

    1900, Öl auf Leinwand
    © Kurpfälzisches Museum der Stadt Heidelberg (Knut Gattner)

    Die ersten Auseinandersetzungen Slevogts mit dem Thema »Wasser« entstanden nicht im Zuge einer Auslandsreise, sondern während eines Aufenthaltes am Chiemsee im Jahr 1900. Dieses neue Interesse an den Lichtphänomenen und dem Motiv von elegant gekleideten Damen am See könnte sich durch den nur wenige Monate zurückliegenden Parisaufenthalt begründen. Dort ermöglichte ihm Paul Cassirer den Zugang zu einigen privaten Sammlungen, die in erster Linie französische Impressionisten vorweisen konnten. Diese neuen Eindrücke scheint Slevogt sofort in seine Malerei umgesetzt zu haben. Die direkt am Chiemsee im Freien gemalten Bilder zeigen somit zugleich exemplarisch seine Hinwendung zu einer für ihn neuartigen impressionistischen Bildauffassung und Themenwahl.

  • Max Liebermann, Esel am Strand von Noordwijk

    1908, Pastell, Privatbesitz
    © GDKE - Landesmuseum Mainz (Ursula Rudischer)

    Die Esel standen am Strand von Noordwijk als Reitvergnügen für die Kinder zur Verfügung. Daher trägt das Tier auch den großen Sattel auf dem Rücken. Zum Ziehen der schweren Badekarren wurden Pferde herangezogen. Der brav wartende Esel ist ein gutes Beispiel dafür, dass Liebermann spontan seine Motive am Strand entdeckte und somit zur Inspiration jeden Sommer an die Nordseeküste zu mehrmonatigen Malaufenthalten fuhr. Er bevorzugte vor allem Menschen und Genredarstellungen. Neben badenden Kindern zählten so auch Reiter am Strand zu seinen Lieblingsthemen. Reine Landschaftsdarstellungen finden sich nur selten im Werk Liebermanns.

  • Max Slevogt, Selbstbildnis mit Strohhut

    1906, Öl auf Pappe
    © GDKE - Landesmuseum Mainz (Axel Brachat)

    Weder offiziell in Frack und Zylinder, noch als Maler mit der Palette in der Hand, zeigt sich Slevogt in diesem Selbstbildnis: ganz privat mit einem Strohhut und einem legeren weißen Hemd bekleidet, blickt er uns nachdenklich an. Es scheint ein Sommertag zu sein, das helle Licht reflektiert in verschiedenen Nuancen auf seinem Hut und Gesicht. Wie beispielsweise Rembrandt, den er stets verehrte, aber auch seine Kollegen der Berliner Secession Lovis Corinth und Max Liebermann, gehörte Slevogt zu den Künstlern, die zahlreiche Selbstbildnisse malten. Seine Selbstbildnisse verbindet alle ein ernster und leicht grübelnder Blick des Künstlers.

  • Max Slevogt, Der Hafen von Norderney

    1923, Aquarell, 19,5 x 28 cm
    © bpk / Staatliche Kunsthalle Karlsruhe / Annette Fischer / Heike Kohler

    Ähnlich wie die 1908 in Noordwijk entstandenen Strandansichten, zeigt auch der menschenleere Hafen von Norderney Slevogts Interesse an der durch den heftigen Wind sich schnell ändernden Licht- und Wettersituation. Über die ruhig im Hafen liegenden Boote zieht ein mit Regenwolken stark bewegter Himmel, dessen Grau-Blau das Meer dunkel färbt. Geschickt nutzt Slevogt das unbemalte Aquarellpapier, um die letzten hellen Sonnenstrahlen, die durch die Wolkendecke durchscheinen, darzustellen. Ganz rechts am Bildrand erkennt man klein den markanten, aus roten Mauerziegeln errichteten Leuchtturm der Insel.

  • Max Liebermann, Am Strand von Noordwijk

    1908, Öl auf Leinwand
    © Von der Heydt-Museum Wuppertal / Foto: Antje Zeis-Loi, Medienzentrum Wuppertal

    Damals war es sehr beliebt, am Strand direkt neben den Strandkörben die Flagge der eigenen Nation zu präsentieren. Nach Noordwijk kamen überwiegend deutsche Touristen, so dass sich neben den niederländischen auch deutsche Flaggen finden: für Liebermann zugleich willkommene Farbkleckse, die sich vom hellen, im Sonnenlicht flirrenden Strand abheben. Die Identifizierung einzelner Personen vernachlässigt er. Mit wenigen sicheren Pinselstrichen deutet er deren Umrisse lediglich an. Es geht ihm einzig um die Atmosphäre, die Gesamtstimmung des heiteren Tages am Meer unter einem hellblauen Himmel, die er meisterhaft inszeniert.